Es gehört zu den häufigsten Irrtümern, dass ein Patient auf einer Antidekubitus-Matratze nicht mehr gelagert werden muss.
Grundsätzlich gilt: Ja.
Bei stark eingeschränkter Bewegungsfähigkeit und fehlender Möglichkeit zur selbstständigen Lageveränderung müssen gefährdete Körperstellen weiterhin regelmäßig entlastet werden.
Antidekubitus-Matratzen reduzieren den Druck auf die Haut und verbessern die Druckverteilung. Sie können Lagerungsintervalle deutlich verlängern und Pflegende entlasten. Die manuelle Umpositionierung ersetzen sie aber nicht vollständig.
Das heißt: Auch mit Hilfsmitteln sind zusätzliche Maßnahmen nötig. Eine alleinige Versorgung, etwa durch wenige tägliche Einsätze eines Pflegedienstes, reicht in der Regel nicht aus, um die Haut kontinuierlich zu entlasten.
Welche Positionierungsmaßnahmen im Einzelfall sinnvoll und möglich sind, stimmen Sie immer mit Arzt und Pflegefachpersonal ab, besonders bei krankheitsbedingten Einschränkungen.
Wichtig zu wissen
Dekubitusprävention und -therapie bestehen immer aus einem individuellen Maßnahmenbündel. Hilfsmittel verbessern die Situation deutlich und erleichtern die Pflege, ersetzen die notwendige Positionierung aber nicht vollständig.